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    Standbilder aus dem Film «Kamerun – die Goldene Zeit des Königreichs»

     

  • «Kamerun – die Goldene Zeit des Königreichs»

    Im Königreich Mankon, im westlichen Hochland des Kameruner Graslandes, dient seit über einem
    halben Jahrhundert der fon Angwafo III. als Mittler zwischen seinen Untertanen und seinen königlichen Vorfahren. Der kurze Film zeigt die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag seiner Thronbesteigung im Dezember 2009. Die Feier des Thronjubiläums ging in das jährliche Mankon-Fest über. An diesem Fest verleiht der fon seinem Volk und Land Schutz und Fruchtbarkeit, indem er als Kanal dient, durch den sich die Lebenskraft der Ahnen verbreiten kann. Ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten sind die Opfer für die königlichen Ahnen.

    Das Verteilen von Medizinen sollte die Grenzen von Mankon schützen. Ein weiteres Ritual reinigt die Krieger und Waffen des Königreichs. Viele Mankon-Krieger sind heute geachtete Geschäftsleute, die bei dieser Gelegenheit in zeremonieller Kleidung auftreten, um spirituellen Schutz zu erlangen. Sie schreiten zum Zeremonialplatz von Mankon, wo sie der fon erwartet, um ihnen den Segen zu erteilen. Er wählt dazu den Speer eines berühmten Vorfahren, lobt die Stärke des Königreiches und hält die Krieger dazu an, für dessen Schutz zu sorgen. Zur Feier des Tages treten Musiker, Tänzer und Maskenträger in kunstvollen Gewändern mit Kapuzen aus Raffia-Gewebe oder indigofarbenem Tuch mit hölzernen Maskenaufsätzen auf. Ihre streng choreografierten Bewegungen begleiten sie mit Fussrasseln, Speeren und Fliegenwedeln. Sobald die Bühne für die grosse Feier bereit ist, kommen Regierungs- und Staatsvertreter sowie die Oberhäupter benachbarter Fürstentümer zusammen, um Angwafo III. die Ehre zu erweisen.

    Angwafo III. wählte als sein Attribut den Elefanten, das mächtigste Tier derWildnis. Er trägt einen
    Kopfschmuck aus Elefantenhaar und stellt seine Füsse auf einen Stosszahn. Zwei Hörner ertönen zum Zeichen seiner Verbindung zu den Untertanen und den Ahnen. Unter den Zuschauern sind weitgereiste Besucher, wie Fulani-Reiter, sowie Einwohner von Mankon. In einer Parade ziehen Krieger, Flötisten und die Prinzessinnen von Mankon vorbei. Zum grossen Finale mischt sich der fon unter seine tanzenden und feiernden Untertanen. Mit dem Fliegenwedel in der einen und einem Büffeltrinkhorn in der anderen Hand segnet er sein Volk mit heiligem Palmwein, den er aus seinem Mund über die Menge versprüht.

    Manuela und Werner Zips von der Universität Wien führten Regie bei diesem Film, in Zusammenarbeit mit dem Anthropologen Jean-PierreWarnier von der EHESS Paris, der seit vierzig Jahren in Mankon forscht. Ein Ausschnitt zeigt die Thronbesteigung Angwafos III. im Jahre 1959, die vom amerikanischen Anthropologen Robert E. Ritzenthaler und seiner Ehefrau Pat gefilmt wurde. Untertitel von Christian Nötzli.

     

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