Randspalte

Inhalt

  • helden_bangwakom_fig129_312px.jpg

    Gedenkthron für König Nkwain
    Laikom, Kom, Grasland, Kamerun
    19. Jahrhundert
    Holz, Perlen, Kupferblech, Raffia, Menschenhaar
    Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main

     

  • Die Herrscher von Kom

    Jinabo I. gründete im 18. Jahrhundert das Königreich Kom, das im Herzen der Bamenda-Berge im Kameruner Grasland liegt. Seine Hauptstadt Laikom gilt als Architekturjuwel. Sie liegt strategisch günstig am Gipfel eines steilen Berges und war so vor Angreifern geschützt. Im 19. Jahrhundert hatte sich Kom zu einem Bündnis von zehn Fürstentümern und 42 Dörfern entwickelt. Die Grabstätte Jinabo I. ist zugleich der Ort, an dem seine Nachfolger vorgestellt und inthronisiert werden. Zu den königlichen Grabdenkmälern gehört ein unverrückbarer Steinthron. Dieses Wahrzeichen könnte das Vorbild der monumentalen Throne gewesen sein, welche die nachfolgenden Kom-Herrscher in Auftrag gaben.

    Der Thron mit der männlichen Figur ist dem Kom-Herrscher Nkwain (reg. 1825–1840) geweiht.
    Seine Nachfolger waren Tufoyn (reg. um 1840–1855), Kemeng (reg. um 1855–1865) und Yu (reg. um 1865–1912). Unter Yus Herrschaft erlebte Kom eine Blütezeit, die fast ein halbes Jahrhundert währte, bis die Deutschen es im Jahr 1905 eroberten.

    Yus Nachfolger Ngam (reg. 1912–1926) war ebenfalls ein Förderer der Künste. Die Fotografien
    von Paul Gebauer zeigen seine drei Nachfolger: Ndi (reg. 1926–1954), Lo’o (reg. 1954–1966) und Nsom (reg. 1966–1975). Der deutschstämmige, amerikanische Anthropologe und Baptistenmissionar Gebauer lebte von den 1930ern bis in die 1960er-Jahre imWesten Kameruns. Im Verlauf seines dreissigjährigen Aufenthalts erlebte und dokumentierte er die bedeutenden sozialen und politischen Umwälzungen, die mit der Unabhängigkeit des Königreichs von der Kolonialherrschaft einhergingen. Im Jahre 1977 stiftete er seine grosse Bibliothek, seine Feldfotografien und Archivmaterialien dem Metropolitan Museum of Art in New York. Bei den Nachforschungen für diese Ausstellung kamen diese fotografischen Porträts der Kom-Könige ans Licht.

     

Agenda

Agenda