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  • helden_kuba_fig158_312px.jpg

    Ndop-Figur
    Kuba; westliche Kasai-Region, DR Kongo
    Um 1905
    Holz, Metall
    Königliches Museum für Zentralafrika, Tervuren

     

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    Ndop-Figur
    Kuba; westliche Kasai-Region, DR Kongo
    Um 1760 – 1780
    Holz, Camholz-Pulver
    Brooklyn Museum

     

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    Ndop-Figur
    Kuba; westliche Kasai-Region, DR Kongo
    Um 1785
    Holz
    Königliches Museum für Zentralafrika, Tervuren

     

  • Das Goldene Zeitalter von Shyáám und seine Erben: die Kuba

    Wenn sie diese Statue anschauen, dann werden sie sich an mich erinnern und sich vorstellen, dass ich an sie denke, sie tröste, wenn sie traurig sind, und ihnen Inspiration und neuen Mut gebe.

    — Ausspruch von Shyáám áMbúl áNgoong


    Die mündliche Überlieferung der Kuba erinnert an die über vierhundert Jahre zurückliegende
    Einwanderung ihrer 18 ethnischen Gruppen in die westliche Kasai-Region, die heute zur Demokratischen Republik Kongo gehört. Im 17. Jahrhundert gelang es dem als Held verehrten König Shyáám áMbúl áNgoong (reg. um 1630), diese Gruppen zu vereinigen. Die Kuba-Hauptstadt Nsheng entwickelte sich zu einem lebendigen Kunstzentrum, das für seineWerke mit abstrakten Mustern bekannt war. Auf Shyáám gehen der Überlieferung nach eine ganze Reihe künstlerischer Neuerungen zurück, zu denen auch die Einführung offizieller Königsbildnisse (ndop) um 1650 gehörte. Historiker vermuten hingegen, dass diese Tradition erst Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden ist, um Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen im Königreich zu überbrücken.

    Wenn man die ndop-Skulpturen der Kuba als Einzelwerke betrachtet, erscheinen sie naturalistisch.
    Im Kontext des gesamten Korpus erkennt man jedoch, dass es sich in Wahrheit um offizielle
    Porträts handelt, bei denen alle individuellen Züge ausgemerzt wurden. Jeder der Porträtierten erscheint als beleibter, majestätisch wirkender Herrscher, der mit gekreuzten Beinen auf einem Podest sitzt. Mit seiner linken Hand umfasst er den Griff eines Zeremonialmessers, seine Rechte ruht auf seinem rechten Knie. Kopf und Gesicht sind gleichermassen betont, die Augen in tiefem Nachdenken geschlossen. Ein Schmuck, der einem Mützenschirm ähnelt, sitzt auf dem Kopf, und ein rechteckiger Sockel begrenzt den Körper mit seinen abgegrundeten Konturen. Lediglich ein Signatursymbol an der Vorderseite des Sockels zeigt an, welche Herrscherpersönlichkeit genau dargestellt ist.

    Die Könige der Kuba (nyim) galten seit Shyáám als Vertreter Gottes auf Erden. Jeder neue nyim
    wählte zu Beginn seiner Regentschaft einen Ehrennamen, ein geometrisches Muster und ein Signatursymbol (ibol). Sie dienten als Kennzeichen seiner Herrschaft. Dann gab er die offizielle Ndop-Skulptur in Auftrag, die fortan als Ersatz für seine Person galt. Zu Lebzeiten des Königs war die Skulptur sein spiritueller Doppelgänger, und nach seinem Tod war sie der Sitz seiner Lebenskraft. Die Künstler schufen diese Skulpturen, um dasWesen eines bestimmten Menschen zu verkörpern. Dabei hielten sie sich jedoch strikt an das Aussehen bereits existierenden Figuren, sodass paradoxerweise die wesentlichen Gesichtszüge dieser Person in den Skulpturen nicht zu erkennen sind.

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