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Himmelszelte für die Göttin

Indische Textilkunst
  • 13. Dezember 2013 bis 13. April 2014

    «Baldachine der Göttin» nennt man im indischen Gujarat grossformatige bebilderte Textilien, die zeltartig einen heiligen Platz für die Verehrung von Göttinnen markieren. Bedruckt oder bemalt erzählen sie von den Taten der zwanzigarmigen Göttin Vihat, der Büffel tötenden Khodiar oder der auf dem Hahn reitenden Bahuchara.     

    Männer der einst halbnomadischen Gruppe der Vaghri stellen diese kunstvollen Textilbilder seit vielen Generationen in der Stadt Ahmedabad her, einem der ältesten Textilzentren der Welt. Als Lumpensammler, Hausierer und Saisonarbeiter führen sie ein sozial marginalisiertes und  unruhiges Leben. Auch die Abnehmer der Tücher sind unterprivilegierte Gruppen wie Strassenreiniger, Eseltreiber oder Kamel- und Schafhirten, also Personen, die früher vom Besuch orthodoxer Hindutempel ausgeschlossen waren. Die Tücher sind Geschenke an ihre Göttinnen, damit sie Wohlergehen, Nachwuchs und Erfolg gewähren sowie vor Krankheit schützen. Sie dekorieren die aus Lehm errichteten kultbildlosen Schreine und grenzen als Baldachine bzw. Zeltwände den heiligen Bezirk von seiner meist wenig einladenden Umgebung ab. Sie setzten auch für die Göttin ein Zeichen, wo sie sich im Ritual niederlassen soll.

    Die Ausstellung zeigte eine Auswahl aussergewöhnlicher Textilien aus der bedeutenden Textilsammlung, die der ehemalige Direktor und jetzige Präsident der Rietberg-Gesellschaft Dr. Eberhard Fischer jüngst dem Museum schenkte. Sie gab einen Einblick in Arbeitstechnik und Herstellungsprozesse, in die religiöse Bildsprache sowie ihre rituelle Verwendung.

    Medienspiegel

    «Das Foulard der Übermutter»
    (NZZ, Philipp Meier, 23.12.2013)

    «Kunst für die Göttinnen»
    (Der Landbote, Angelika Maass, 19.12.2013)

    «Tragbare Tempel für indische Göttinnen»
    (SRF, 12.12.2013)

    «Himmelszelte für die Göttin»

    (kultur-online.net, 29.11.2013) 

  • Highlights der Ausstellung

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