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Ito Shinsui - Nostalgie in der Moderne

  • 17. Sept 2016 - 8. Jan 2017

    Itō Shinsui (1898-1972) zählt zu den bekanntesten Künstlern der japanischen Grafik des 20. Jahrhunderts. Seine Drucke von in traditionellem Kimono gekleideten Frauen und malerischen Landschaften erscheinen exotisch und zugleich doch vertraut. Die Motive erwecken die Sehnsucht nach einer fernen, von der Industrialisierung noch unberührten Welt. Ihre starke grafische Wirkung und ihr hoher realistischer Ausdruck zeugen aber von einer Auseinandersetzung mit der modernen, vom Westen importierten Kunst. 

    Die ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts waren eine Zeit der grossen Umbrüche in Japan. Im Zuge der Modernisierung prallten aus dem Westen importierte Ideologien und einheimische traditionelle Werte aufeinander. Auch in der Kunst war die Frage «Ist es möglich, zugleich japanisch und modern zu sein?» von eminenter Wichtigkeit.

    Itō Shinsui, 1898 in Tokio geboren, wuchs in dieser Epoche des Wandels auf. Obwohl es in Japan zu der Zeit bereits eine Kunsterziehung nach westlichem Vorbild gab, wurde er noch im traditionellen Meister-Schüler-Verhältnis ausgebildet. Über zwei Drittel seiner Drucke sind «Darstellungen schöner Frauen», die sich durch technische Perfektion, eine klare Komposition und einen entrückt-eleganten Ausdruck auszeichnen. Frauen in Shinsuis Drucken sind in traditionell japanischer Weise züchtig gekleidet und frisiert.

    Itō Shinsui war aber auch ein vorzüglicher Darsteller von Landschaften. Anstatt auf die gängige Ikonografie zurückzugreifen, die sich seit dem 15. Jahrhundert herausgebildet hatte, lieferte Shinsui eine erfrischend neue Interpretation, die auf seiner persönlichen Naturerfahrung beruhte. Dieser Ansatz stand den Prinzipien westlicher Kunst näher als den Grundsätzen der ostasiatischen Bildtradition, in welcher das in klassischen Poesien vermittelte Bild einer Landschaft eine wichtigere Rolle spielte als das tatsächliche Aussehen eines Ortes.

    Aus konservatorischen Gründen findet die Ausstellung in zwei Teilen statt. Alle Werke werden am 14. November 2016 ausgetauscht.

    Ausstellung und Katalog entstanden als Kooperation zwischen dem Museum Rietberg Zürich und der Taiyo no Hikari Foundation, Japan, die den Nachlass von Itō Shinsui verwaltet. Hauptsponsor ist die KK Sonnenschein Stiftung, Zürich.

    Medienspiegel

    «Augenbrauen und Berghänge»
    (Basler Zeitung, 30.12.2016) 

    «Missverstandene Schönheiten»
    (Ensuite – Zeitschrift für Kultur & Kunst, 2.11.2016) 

    «Itō Shinsui»
    (Cosmopolis, 1.11.2016) 

    «Japans anderes Gesicht»
    (Zeitlupe, 1.11.2016) 

    «Der diskrete Charme der Nostalgie»
    (Sonntag, 27.10.2016) 

    «Voglia di Giappone»
    (Azione, 24.10.2016) 

    «スイスで日本の近代版画展»
    (Swissinfo.ch, 14.10.2016)

    «Verlässliche Werte»
    (Brigitte, 12.10.2016) 

    «Bewegende Raffinesse»
    (Der Landbote, 26.9.2016) 

    «In lackschwarzen Spuren lesen»
    (NZZ, 23.9.2016) 

    «Itō Shinsui – Nostalgie in der Moderne»
    (Prestige News, 22.9.2016) 

    «Der Traditionalist und die schönen Frauen»
    (Tagblatt der Stadt Zürich, 21.9.2016) 

    «Itō Shinsui – Nostalgie in der Moderne»
    (kultur-online, 19.9.2016)

    «Bilder, an die man ganz nahe heran will»

    (Tages-Anzeiger, 17.9.2016)

    «Il mondo gentile della pittura giapponese»
    (Piaceri&Saperi, 16.9.2016) 

    «Un maître de l'estampe japonaise moderne exposé à Zurich»
    (La Liberté, 15.9.2016)

    «Tradition muss sein»
    (Züritipp, 15.9.2016) 

    «Nostalgie in der Moderne – Itō Shinsui im Museum Rietberg»
    (events24.ch, 3.9.2016) 

    «Meisterhafte Schnitttechniken»
    (Bolero, 1.9.2016) 

    «Entre idéalisme et nostalgie, le pinceau inspiré d'itō shinsui»
    (Artpassions, 9.2016)

  • Highlights der Ausstellung

    Trailer

    Einblicke in die Ausstellung

    Veranstaltungen

    «Musikgarten»
    Klavierkonzert von Masako Ohta
    So, 18.9.2016, 12.30h

    Fashion Talk mit Kazu Huggler
    Die japanisch-schweizerische Modedesignerin Kazu Huggler präsentiert ihre von Itō Shinsuis Bildern inspirierten Kreationen.
    Sa, 22.10.2016, 16-18h (zweite Runde aufgrund hoher Nachfrage Sa, 22.10.2016, 14-15h)

    «Issun boshi»
    Lesung des japanischen Märchens «Issun Boshi» mit musikalischer Untermalung durch das Pacific Quartett Vienna.
    So, 13.11.2016, 15h 

    Wie entsteht ein japanischer Farbholzschnitt?
    Demonstration der traditionellen, japanischen Holzdrucktechnik durch den Druckmeister Okada Takuya.
    Sa, 26.11.2016 + So 27.11.2016, jeweils 11-13h + 14-16h

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