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Ambapali (5. Jh. v. Chr.)

  • Die Vergänglichkeit des Schönen

    Die Quellen berichten, dass Ambapali im 5. Jahrhundert v. Chr. in Nordindien als Kurtisane lebte. Sie war berühmt für ihre Schönheit und ihre Tanzkünste. Schon früh wurde sie eine Anhängerin des Buddha, später trat sie in seinen Orden ein und erlangte schliesslich die Erleuchtung.

    Der mystische Weg war im frühen Buddhismus nichts, was nur einer bestimmten Elite offen stand. Alle Menschen, explizit auch Frauen, konnten diesen Weg beschreiten und die Erlösung erlangen, die Befreiung aus dem Wiedergeburtenkreislauf. Den Quellen zufolge soll Ambapali eine solche Frau gewesen sein, und entsprechend ranken sich viele Legenden um ihr Leben.

    Alle Quellen sind sich jedoch darüber einig, dass Ambapali von aussergewöhnlicher Schönheit war: Ihre Augenbrauen waren «wie vom Maler fein gezogen», ihre Zähne «blendend blühend weiss», die Schenkel «schön gebogen» und ihre Brüste «voll und rund und mutig ragend oben auf».

    Mit dem Alter schwand ihre Schönheit langsam, aber unaufhaltsam. Dies verhalf Ambapali zur Einsicht in eines der wichtigsten Gesetze der Welt, das durch Buddha verkündet wurde: dass alle Dinge dieser Welt vergänglich und einem steten Wandel unterworfen sind. Von ihrem eigenen Körper als Metapher ausgehend, sind Ambapalis Erkenntnisse in einer wunderbar poetischen Sprache überliefert.

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    Audio: "Ambapali" aus den Liedern der Mönche und Nonnen Gotama Buddhas

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