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Dogen (1200–1253)

  • Der Mond im Wassertropfen

    Dogen gilt als Begründer der Soto-Schule des Zen-Buddhismus, die heute zu den grössten Glaubensgemeinschaften in Japan zählt. Seine Lehre ist im Motto von der «Einheit von Übung und Erleuchtung» auf den Punkt gebracht.

    Dogen will Erleuchtung nicht als Erfahrung verstanden wissen, die der Mensch vielleicht zufällig, vielleicht auch nach langem Bemühen einmal macht. Erleuchtung wird für ihn vielmehr erreicht, wenn der Mensch das Beispiel der Buddhas und Patriarchen anerkennt und ihm folgt. Soweit dies geschieht, ist in solchem Tun - eben der «Übung» - unmittelbar die Einheit mit den Vorbildern erreicht. Das Licht der Erleuchtung hat also in jedem Menschen Platz, der sich in der Übung dafür öffnet.

    Die Sitzmeditation, das zazen, war für Dogen die wichtigste Übungsform: «Wenn sich dein Körper in dieser Haltung befindet, reguliere den Atem. Sobald ein Gedanke in dir entsteht, werde auf ihn aufmerksam. Sobald du auf ihn aufmerksam geworden bist, lasse ihn vorübergehen. Vergiss für eine lange Zeit alle Bindungen, und du wirst von selbst eins werden.»

    Den Zustand der Einheit umschreibt Dogen mit dem Widerschein des Mondes im Wasser: «Wenn der Mensch Klarheit erreicht, so ist das wie mit dem Mond im Wasser: Der Mond wird nicht nass, und das Wasser bleibt unzerstört. Der Mond und der weite Himmel haben Platz im Tau auf dem Gras oder sogar in einem einzigen Tropfen Wasser.»

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    Audio: "Wie übt man zazen" von Meister Dogen

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