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Guhyasamaja-Tantra (7. Jh.)

  • Das Erleben allumfassender Verbundenheit

    Die Tantras - so nennt man eine Gruppe von rituellen und mystischen Texten - nehmen im Vajrayana-Buddhismus eine wichtige Stellung ein. Im Guhyasamaja-Tantra, dem «Tantra der verborgenen Vereinigung», wird erstmals eine Methode der Meditation gelehrt, die sich in Darstellungen von Buddhas oder Gottheiten in liebender sexueller Vereinigung niederschlägt.

    Man kann das Guhyasamaja-Tantra als eine komplexe meditative Vorgehensweise betrachten, die auf das Erleben allumfassender Verbundenheit zielt. Darin wird immer wieder unsere gesamte Wirklichkeit einbezogen, unsere körperlichen, sprachlichen und geistigen Dimensionen mit allen ihren Aspekten.

    In unserer Menschwerdung individualisieren wir uns kontinuierlich und vollziehen dabei eine immer strengere Trennung zwischen uns und dem «Rest des Universums». Gleichzeitig findet auch ein Prozess der inneren Trennungen statt: Indem wir nämlich Entscheidungen treffen, spalten wir Teile von unserer eigenen Persönlichkeit ab. Die Sehnsucht nach der Aufhebung dieser äusseren und inneren Trennungen und nach einer Rückkehr in die allumfassende Verbundenheit bleibt indes gegenwärtig.

    Ein Ausgangpunkt für diese Wiederganzwerdung ist nach den Lehren des Guhyasamaja-Tantra die sexuelle Vereinigung als gemeinsame Meditationspraxis einer Yogini und eines Yogi.

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