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Hakuin Ekaku (1685–1768)

  • Verborgen im Weiss

    Hakuin gilt unbestritten als einer der einflussreichsten Zen-Meister des letzten halben Jahrtausends. Diese Bekanntheit verdankt er einerseits seinen zahlreichen Schriften zu Zen-Themen und andererseits seinem mehrere tausend Werke umfassenden Oeuvre als Maler und Kalligraf.

    Den Namen Hakuin, «verborgen im Weiss», soll sich Hakuin mit Dreiunddreissig selbst gegeben haben. Intensiv zu malen begann er erst in seinen Sechzigern. Denn Hakuin erkannte, dass seine Bemühungen, Zen-Kultur als einen Teil des alltäglichen Lebens zu etablieren, sich besser mit Bildern als mit Worten realisieren liessen. Es war ihm ein Anliegen, Mönche und Laien gleichermassen zu erreichen. Seine Werke sind folglich keine Auftragsarbeiten, sondern persönliche Ermunterungen und Anreize, sich mit der zen-buddhistischen Gedankenwelt auseinanderzusetzen.

    In seinen Schriften betont Hakuin die Notwendigkeit des nicht unterscheidenden Denkens. Sein bekanntes Koan, «Wie klingt das Klatschen einer einzigen Hand?», zielt genau auf diese Forderung. Koan sind Ausdrucksformen der Erleuchtung, die der Meister seinen Schülern als Herausforderung zur Übung vorlegt und denen durch logisches Denken nicht beizukommen ist. So zwingt das Nachdenken über den «Ton einer einzigen Hand», die Bahn des rationalen Denkens zu verlassen und über die gewöhnliche Bewusstseinslage hinaus zu gehen, um zu einer neuen Dimension vorzustossen.

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