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Kukai (774–835)

  • Die Macht der Drei Mysterien

    Kukai brachte im Jahr 806 die Grundlagen der Esoterischen Lehre der «Schule des Wahren Wortes» (Shingon-shu) von seinem vierzehnmonatigen Studienaufenthalt in China heim. Zu Kukais Hauptwerken gehört die Abhandlung «Vom Sinn der Vollendung zum Buddha in dieser leiblichen Existenz».

    Für den Shingon-Adepten gilt es, seine «drei Tätigkeitsarten [des Körpers]» in Einklang zu bringen mit den «Drei Mysterien»: dem mystisch-magischen Urlaut, dem durch meditative Schau evozierten Sinnbild und der mit dem Handgestus ausgelösten Imagination einer Gottheit. Sie bilden im Esoterischen Buddhismus die Voraussetzung dafür, bereits «in dieser körperlichen Existenz zum Buddha vollendet zu werden».

    Kukai betont mehrfach die erhellende Rolle der bildenden Kunst: Die Esoterische Lehre sei so tiefgründig, schreibt er, dass sie sich einer sprachlichen Deutung entziehe. Nur in der bildenden Kunst lassen sich die Kommentare und Geheimnisse dieser Lehre darstellen. Die verschiedenen Körperhaltungen und Handgesten Buddhas auf heiligen Kultbildern sind ein Zeichen dafür. Sie haben allesamt ihren Ursprung in der Liebe des Buddha, und in ihnen sind alle grundlegenden Wahrheiten der Esoterischen Lehre ausgebreitet. Mit ihnen vor Augen kann man die Buddhaschaft erlangen. «Es ist die Kunst, die uns die Stufe absoluter Perfektion offenbart.»

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