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Milarepa (1040–1123)

  • Der singende Asket

    Der tibetische Yogi und Meditationsmeister Milarepa wird von allen Schulen des tantrischen Buddhismus hochverehrt. Seine dramatische Lebensgeschichte, die auch seine Verfehlungen und Schwächen mit einbezieht, ist noch heute für viele Gläubige eine Quelle der Inspiration.

    In seiner Jugend lernte Milarepa Schwarze Magie und brachte Tod und Verderben über die Feinde seiner Familie. Von Reue erfüllt, wendete er sich dem Buddhismus zu und suchte auf diesem Weg die Befreiung zu erlangen. Doch erst nachdem sein Lehrer ihn durch fast unerträgliche Pflichten und Demütigungen mehrmals an seine körperlichen und seelischen Grenzen getrieben hatte, waren seine schlechten Taten abgearbeitet, und Milarepa war bereit, in die Lehre eingewiesen zu werden.

    Während die orthodoxen Buddhisten seiner Zeit mit ihrer Gelehrsamkeit brillierten und sich von Schülern und Gläubigen reich beschenken liessen, zog sich Milarepa in die Einsamkeit der Berge zurück. Er lebte als Asket in völliger Besitzlosigkeit und widmete sich ganz der Meditation. Manchen galt er daher als Narr, andere verehrten ihn als erleuchteten Meister. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse gab Milarepa in poetischen Gesängen weiter.

    Ich verweile glücklich in der unveränderlichen strahlenden Klarheit,
    Frei von Denken.
    Ich verweile glücklich in der reinen Dimension grossen Glücks.
    Ich verweile glücklich im Raum der ungehinderten Wahrnehmung.

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