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Anne von Ramschwag (gest. um 1343)

  • Kultbild und Vision

    Die Schriften von Meister Eckhart und Heinrich Seuse hatten im 14. Jahrhundert grossen Einfluss auf die Spiritualität in Frauenklöstern der Bodenseeregion. Diese neue Frömmigkeit hatte auch Auswirkungen auf die Kunst.

    Um 1300 entstanden in Frauenklöstern Andachtsbilder - Pietà-Darstellungen, Christus-Johannes-Gruppen und Kruzifixe -, die eine «hingebendste Begegnung» der betenden Nonnen mit Gott ermöglichen sollten. Diese Bildandacht soll bei einzelnen Klosterfrauen, wie bei Anne von Ramschwag und Adelheid Pfefferhartin, zu Visionen, Lichterscheinungen und Levitationen geführt haben.

    Die mystische Einswerdung mit Gott könne allerdings, wie Seuse erläuterte, nicht mit Bildern, sondern nur durch eine bildlose Gottesschau der Seele erreicht werden. Die Bilder seien lediglich dazu da, bestehende Bilder auszutreiben: «daz man bild mit bilden us tribe.» Und Bilder könnten helfen, in einer ersten Stufe des mystischen Aufstiegs, einen innigen Bezug zum Göttlichen zu schaffen.

    Die hier gezeigten Werke lassen sich der «Mystik der Bodenseeregion» zuordnen. Einige von ihnen stammen aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharinental bei Diessenhofen am Rhein, wo auch Seuse gewirkt hat.

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