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Bernhard von Clairvaux (1090-1153)

  • Das Hohelied und die Liebe zu Gott

    Bernhard war der Gründer und erste Abt des Klosters Clairvaux bei Troyes in Frankreich. Ihm verdankte der Zisterzienserorden und damit die streng asketische Armutsbewegung einen enormen, europaweiten Aufschwung.

    Bernhards Einsatz als weltlicher und kirchlicher Diplomat und sein Aufruf zum zweiten Kreuzzug machten ihn zu einem höchst einflussreichen, auch kontrovers diskutierten Protagonisten der mittelalterlichen Kirchengeschichte. Als Mystiker spielte er eine hervorragende Rolle, denn er vermochte die mystische Erfahrung mit theologischen Erklärungen zu verbinden.

    Bernhard entwickelte seinen Predigtzyklus über das Hohe Lied der Liebe als eine Liebeslehre für die Mönche seines Klosters. Er schildert darin die Beziehung zwischen Gott und der menschlichen Seele. Modellhaft war das Liebespaar aus dem Alten Testament, die Leidenschaftlichkeit und die Sehnsucht von Frau und Mann.

    Ein Einswerden von Mensch und Gott schliesst Bernhard aus, doch ist durch die Liebe der Mensch in Gott und Gott im Menschen. Als Sinnbild der Liebe des Bernhard zu Christus entstanden in der Kunst und Buchmalerei Darstellungen, auf denen der gekreuzigte Christus seine Arme vom Kreuzbalken löst, um den vor ihm knienden Bernhard zu umarmen.

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