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Dionysios Areopagita (um 500)

  • Gott erlernen und erleiden

    Der unbekannte Verfasser einer Reihe von Abhandlungen und Briefen lebte vermutlich als syrischer Mönch um die Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert. Seine vom Neuplatonismus geprägte Theologie übte enormen Einfluss auf die mittelalterliche Mystik aus.

    Wie kann man sich Gott, trotz seiner grundsätzlichen Unerreichbarkeit, nähern? Wie kann man ihn, trotz seiner prinzipiellen Unerkennbarkeit, zu begreifen versuchen?Für Dionysios ist dies weder durch ein positives - Gott ist so und so - noch durch negatives Reden über Gott - Gott ist nicht dieses oder jenes - möglich.

    Dennoch ist die Annäherung über die Verneinung der richtige Weg. Er führt zu einer die menschliche Vernunft und Erkenntnisfähigkeit letztlich übersteigenden Erfahrung. Sie ist als nicht mitteilbare Einigung mit dem Göttlichen nicht nur ein Erlernen, sondern auch ein Erleiden Gottes.

    Dort, wo jede rational denkerische Tätigkeit angesichts der Undefinierbarkeit Gottes aufgehört hat, liegt eine höhere Form von Erkenntnis: die Anerkennung des vollkommenen Nichtwissens über Gott. 

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