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Juan de la Cruz - Johannes vom Kreuz (1542-1591)

  • Mystik der dunklen Nacht

    Juan de la Cruz war Mitstreiter der Teresa von Avila (1515-1582) in dem von ihr gegründeten asketischen Reformorden der Unbeschuhten Karmeliter. Juan war mit der berühmten, siebenundzwanzig Jahre älteren Ordensgründerin ein Leben lang spirituell und freundschaftlich verbunden.

    Juans Lebensziel war die alles übergreifende Gottesschau, die mittels der Kontemplation zu erreichen ist. Kontemplation ist für ihn «… ein liebevolles und friedliches Innewerden Gottes; eine Kraft spendende Berührung und Heimsuchung; ein geheimes, friedliches und liebevolles Einströmen Gottes, der die Seele mit dem Geist der Liebe in Brand setzt».

    Juan de la Cruz' bekanntestes Gedicht «Die dunkle Nacht» zählt zu den Perlen der spanischen Literatur. In dem Gedicht beschreibt der Mystiker sein persönliches Schicksal (seine waghalsige Flucht aus einer Gefängniszelle) und verknüpft dieses mit seiner «brennenden Liebenssehnsucht» nach dem Einssein mit Gott.

    Die Nacht bedeutet für Juan die Auslöschung der Sinne und des Geistes, und ihre Dunkelheit steht für das Eintreten des Menschen ins Nichts. Dieser letzte Schritt ist die Voraussetzung für die Erfahrung der göttlichen Fülle: «Wer Alles will, muss das Nichts gewärtigen.»

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    Audio: "Noche oscura" von Juan de la Cruz

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