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Meister Eckhart (um 1260-1328)

  • «Der Mensch soll ledig werden seiner selbst und aller Dinge.»

    Meister Eckhart forderte die Menschen auf, sich von erlernten Denkgewohnheiten radikal zu verabschieden und materiellen, emotionalen und geistigen Unfreiheiten abzusagen. Eckhart verweigert Anweisungen, wie zu leben sei und wie ein Mensch das Höchste im Dasein erlangen könne: Jeder Mensch ist von seinem Sein in Gott her immer schon frei.

    Eckhart übte diese Freiheit ein Leben lang ein - als Denker, gelehrter Autor, Lehrer, Dominikanermönch, Prediger und Seelsorger. Während seiner letzten drei Lebensjahre setzte ihm die kirchliche Inquisition zu, indem sie einzelne Sätze aus seinem Werk brandmarkte. Eckhart bekam die Folgen seiner Radikalität zu spüren. Noch vor dem Urteil des Papstes, das auf Ketzerei lautete, starb der Meister.

    Es gebe Leute, schreibt Eckhart, die sich schon ganz eins mit Gott fühlten, wo sie doch weit davon entfernt seien, denn sie wollten noch immer viel: «Sie meinent vil und wellent als vil.» Gerade dieses fortdauernde Wollen signalisiert weder «gelâzenheit» noch «abegescheidenheit». Gelassenheit bedeutet für die Seele, die vielen Schichten des Denkens, Wünschens, Hoffens - des Besitzen-Wollens - abzustreifen.

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    Audio: Aus den Predigten und dem Buch der göttlichen Tröstung

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