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Li Bai (701-762)

  • Der betrunkene Unsterbliche

    Li Bai, auch Li Taibai genannt, gehört zu den wichtigsten Dichtern der chinesischen Geschichte. Er lebte im 8. Jahrhundert während des politischen und kulturellen Höhepunkts der Tang-Dynastie (618-907).

    In seinen beiden Gedichten über den Berg Taibai erzählt der Dichter vom mystischen Aufstieg auf den Berg. Der Berg stellt dabei die irdische Entsprechung des Planeten Venus (chin. Taibai xing) dar. Li Bai selber versteht sich als die menschliche Inkarnation dieses Planeten.

    Li Bai bewegt sich in einer Welt, in der sich Mikrokosmos und Makrokosmos entsprechen. Sein Aufstieg auf den Berg ist eine Metapher des Aufstiegs zur Transzendenz. Indem er sich in die Achse zwischen Berg und Planet stellt und an dieser entlang aufwärts schreitet, wird der Aufstieg auf den Berg zum Erleuchtungserlebnis, welches ihm die Erkenntnis des Dao ermöglicht.

    Li Bai wird häufig als betrunkener Dichter portraitiert. Der Alkohol ist dabei aber nicht nur simples Rauschmittel, sondern eine daoistische Zauberdroge, welche bei der Erkenntnis des Dao eine Rolle spielt. Mit Hilfe dieses magischen Getränks stand Li Bai wohl - einem Medium gleich - mit den Göttern in Kontakt.

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    Audio: Zwei Gedichte über den Berg Taibai von Li Bai

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