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Lin Moniang (960–987)

  • Das stumme Mädchen aus Fujian

    «Der Geist der Lin Moniang war schon zu Lebzeiten äusserst mächtig. Sie war früh in die Lehre eingeweiht worden und konnte Freud und Leid voraussagen, auf einer Wolke über den Ozean zu fernen Inseln reisen und als Tochter des Drachenkönigs durchs Meer schwimmen.»

    Lin Moniang wurde um das Jahr 960 geboren, und da sie als Kind keinen Laut von sich gab, taufte man sie «stummes Mädchen» (chin. Moniang). Bereits früh gab es Anzeichen für ihre übernatürlichen Begabungen, und im jugendlichen Alter kam sie in den Besitz eines magischen Amuletts. Dieses verlieh ihr übernatürliche Kräfte und erlaubte ihr, Dämonen zu bezwingen und Stürme zu beruhigen. Mit siebenundzwanzig Jahren soll Lin Moniang das Dao gefunden haben und als Unsterbliche am helllichten Tag in den Himmel entschwebt sein.

    Ihr werden seither unzählige Rettungen von Schiffsmannschaften aus Seenot zugeschrieben. Dank dieser Wundertaten stieg sie auch in der offiziellen kaiserlichen Götterhierarchie bis in den Rang der höchsten Meeresgottheit auf. Die erste Beförderung erhielt sie im Jahr 1123, und bis zum Ende der Qing-Dynastie im Jahr 1911 wurden ihr über siebzig Ehrentitel verliehen.

    Heute ist Lin Moniang unter den Namen Mazu, «Mütterchen», oder Tianfei, «himmlische Konkubine», bekannt und erfährt insbesondere in Südchina und auf Taiwan weiterhin höchste Verehrung. Alleine auf Taiwan finden sich über achthundert prachtvolle Tempel zu ihren Ehren.

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