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Hinduismus

  • Hinduistische Mystik ist ein altes und vielschichtiges Phänomen: Schon die vedischen Lehrtexte wie die Upanishaden philosophierten ab dem 7. Jahrhundert. v. Chr. über die Einheit der unsterblichen Seele Atman und des kosmischen Prinzips, des Brahman. Ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. verkündete der Tantrismus die unmittelbare Teilhabe des Menschen am kosmischen Bewusstsein und der Lebensenergie Gottes.

    Ein zentraler Bestandteil hinduistischer Mystik sind die vielen Stimmen der bhakti («liebende Teilhabe»), eine pietistische Frömmigkeitsform, die sich ab dem 13. Jahrhundert überall in Indien verbreitete. Die Bhakti-Dichter wollten Gott nicht nur verbal und rituell verehren, sondern ihn besitzen und von ihm besessen, ausgefüllt, überwältigt und versklavt werden. Im Laufe der Zeit äusserten sie zunehmend auch Religions- und Sozialkritik. Die Bhakti-Frömmigkeit gab auch den Frauen eine Stimme.

    Die Liebe zu Krishna ist eines der stärksten Sinnbilder für mystische Gottesliebe. Sie ist die totale Selbstaufgabe: Krishnas geliebte Hirtinnen brachen ihre Ehen um Krishnas willen und scheuten dabei keine Strafen. Die Nachahmung dieser selbstlosen Liebe wurde in aktiver Imagination und zuweilen auch real ins religiöse Leben umgesetzt, etwa durch das Tragen von Frauenkleidern von Männern oder ritualisierten Geschlechtsverkehr.

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    Sambandar (8. Jh.) Mehr »
    Abhinavagupta (10./11. Jh.) Mehr »
    Kabir (14./15. Jh.) Mehr »
    Mirabai (um 1500-1550) Mehr »
    Bhima Bhoi (gest. 1895) Mehr »

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