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Sambandar (8. Jh.)

  • Shivas gesegneter Knabe

    Sambandar gehört zu den 63 Nayanmar, «Helden», die zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert in Südindien wirkten. Diese Persönlichkeiten hinterliessen ein umfangreiches dichterisches Werk auf Tamilisch, das wesentlich zur Popularisierung des Hinduismus beitrug.

    Der Legende nach lebte der heilige Sambandar im 8. Jahrhundert in einer kleinen Stadt namens Sirkali, ganz im Süden Indiens. Es heisst, er sei bereits in seiner Kindheit dem Gott Shiva begegnet. Sambandar soll die Gabe erhalten haben, Shiva mit eigenen Augen sehen zu können und Hymnen auf ihn zu dichten. Hinzu kommen viele Wundertaten, die er durch Shivas Hilfe vollbringen konnte.

    Sambandars Lieder zeugen von einer tiefen Frömmigkeit. Er verehrte Shiva und seine Gefährtinnen mit grenzenloser Hingabe. Dabei verlor sich Sambandar an Shiva, denn dieser stahl sein Herz. Sambandar war darüber bald tief erschüttert, bald in Ekstase. Er zitterte, weinte, tanzte und sang. In dieser hochemotionalen Religiosität liegt die mystische Qualität dieses Dichters.

    Sambandars Lieder werden noch heute in allen shivaitischen Tempeln Südindiens gesungen. Sie wurden in die standardisierte Tempelliturgie aufgenommen. Sambandar verbindet Menschen und Götter durch seine Gesänge, über die Grenzen von Zeit und Ort hinweg.

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