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Nur ad-Din Jami (1414-1492)

  • «Was ist der Mensch? - Die Spiegelung des Ewigen Lichts.»

    Nur ad-Din Jami genoss bereits zu Lebzeiten hohe Wertschätzung, sowohl am Hof von Herat, wo er ein gern gesehener Gast war, wie auch bei den osmanischen Sultanen und dem Mogulherrscher Babur. Er gilt als der letzte grosse persischsprachige Dichtermystiker.

    Jami durchlief eine klassische Ausbildung und machte sich als Gelehrter, Poet und Hofdichter einen Namen. In seinen frühen Dreissigern durchlebte er eine Krise, er gab sein Gelehrtendasein auf und widmete sich dem sufischen Leben. Er schloss sich dem Naqshbandi-Orden an und wurde deren Fürsprecher am Hof von Herat. Erleichtert wurde ihm diese Aufgabe durch die Freundschaft mit Mir 'Ali Shir Nava'i, dem Minister des damaligen Herrschers Hosseyn Bayqaras.

    Das Gesamtwerk Jamis umfasst Prosatexte und Dichtungen. Am bedeutendsten ist sein Haft aurang, die «Sieben Throne», in denen er sich mit philosophischen, ethischen und religiösen Fragen beschäftigte. Neben Lehrgedichten wie dem Geschenk an die Edlen findet sich in den «Sieben Thronen» auch die mystische Romanze von Yusuf und Zuleykha.

    Ein wichtiger Einfluss auf Jamis Werk ging von dem andalusischen Theosophen Ibn al-'Arabi aus (gest. 1240). Durch Jami wurde dieser bedeutende Mystiker auch in Persien bekannt.

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