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Jalal ad-Din Rumi (1207-1273)

  • «Wer steht denn vor dem Tor?» - «Geliebter, du, du stehst davor!»

    Jalal ad-Din Rumi zählt heute zu den berühmtesten islamischen Mystikern. Auf ihn geht der Mevlevi-Orden zurück, die Bruderschaft der «tanzenden Derwische». Sein Hauptwerk, die Masnavi («Gedichte»), wird auch als «Koran in persischer Sprache» bezeichnet.

    Rumis Leben verlief lange in geordneten Bahnen. Er wirkte als angesehener Gelehrter und Prediger in Konya und vervollständigte seine theologischen Studien in Aleppo und Damaskus. Mit siebenunddreissig sollte jedoch alles anders werden: Er begegnete dem Wander-Derwisch Shams ad-Din Mohammad aus Tabriz. In ihm fand Rumi seinen mystischen Geliebten. Durch ihn entdeckte er die Tiefen göttlicher Liebe.

    Rumis Schüler reagierten mit Unwillen auf die enge Bindung zu Shams ad-Din. Sie vertrieben Shams, die «Sonne», und brachten ihn schliesslich um. Der Verlust des Geliebten liess Rumi zum Dichter werden. In vielen Ghaselen besang er den Rausch und die Freuden der Liebe und die Vereinigung mit dem Geliebten.

    Auf Shams ad-Din sollten noch zwei mystische Freunde folgen. Einer von ihnen, Husam ad-Din Hasan Chelebi, inspirierte Rumi zu seinem grossen mystischen Lehrgedicht, dem Masnavi.

    In Rumis Werken sucht man vergeblich nach einem systematischen Gedankengebäude. Seine Gedichte leben vielmehr von poetischem Überschwang und tänzerischer Rhythmik.

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    Audio: Vier Ghaselen aus dem "Diwan-e Shams-e Tabrizi"

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