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Geschichten zum Sepik

1. Das Grösste

Viele fragen sich: «Sepik, was ist das?» Der Sepik ist mit 1126 km der längste Fluss in Papua-Neuguinea und bestimmt das Leben der Menschen in dieser Südseeregion: Er ist Nahrungsgrundlage sowie Transportweg und zugleich mit Überschwemmungen und Krokodilen eine Quelle der Gefahr. Um von A nach B zu gelangen, ist der Besitz eines Bootes notwendig. Während früher gepaddelt wurde, ist heute ein Motor Standard. Der vorderste Teil des Einbaums war oft mit einem Krokodil verziert, das in der Mythologie eine grosse Rolle spielt.

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2. Das Kleinste

Das Krokodil hat verschiedene Bedeutungen am Sepik. Einerseits wurde es gejagt und gegessen – die Jagd erforderte viel Geschicklichkeit. Andererseits waren Krokodile wichtiger Bestandteil von Mythen. Daher wurden sie besonders häufig an Booten, Nackenstützen, Trommeln und anderen Gegenständen dargestellt. Während der Initiation wurden den jungen Männer Narben in die Haut geritzt, die als Spuren von Krokodilbissen galten.

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3. Das Schönste

Diese Maske stellt keinen Menschen dar, sondern repräsentiert diebrak-Geister am Sepik. Sie verschlingen bei der Initiation die jungen Männer und speien sie wieder aus. Die Initiation stellt den Übergang vom Kind- zum Erwachsenen-Sein dar. Das formal reduzierte Gesicht der Maske begeisterte die Kunstavantgarde in Europa. Angefangen bei Henri Matisse oder Emil Nolde bis zu den Surrealisten interessierten sich die Künstler für die diese Objekte aus dem fernen Papua-Neuguinea. Bald darauf entdeckten auch Kunsthändler und Sammler ihren ästhetischen Wert.

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4. Das Gruseligste

Das Bild zeigt einen mit Ton übermodellierten und bemalten Schädel. Krieg- und Clan-Fehden waren vor der Befriedung durch Kolonialisierung und Missionierung Ursache für die am Sepik weitverbreitete Kopfjagd. Ziel der ritualisierten Kopfjagd war, den Feind zu töten und seinen Schädel als Kriegstrophäe mitzunehmen. Die Trophäe wurde im Männerhaus ausgestellt. Nur wer einen Feind tötete und seinen Schädel mit nach Hause brachte, galt als gestandener Krieger.

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5. Das Geheimnisvollste

Dieses faszinierende Objekt stammt aus einem Männerhaus aus dem Sepik-Gebiet in Papua-Neuguinea und erinnert an ein Krokodil. In Männerhäusern waren nur initiierte Männer zugelassen, Frauen und Kindern war es verboten sie zu betreten. Sie bildeten das Zentrum eines Dorfes. An dutzenden Fäden hängen alle möglichen Dinge wie Knochen, Schnecken oder Essensreste, welche die Männer an Zeremonien als Erinnerung daran anbrachten. Unter der Figur verwahrte man Steine, die nie öffentlich gezeigt wurden. Sie waren mit Riten verbunden und nehmen Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Menschen.

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6. Das Lauteste

Schlitztrommeln sind über grosse Distanzen in der Flusslandschaft am Sepik in Papua-Neuguinea zu hören. Neben dem Spielen an Festen kündigten sie wichtige Versammlungen an, benachrichtigten einzelne Dorfmitglieder oder gaben Todesfälle bekannt. Aufgrund ihrer mythischen Verbindungen erlangte die Schlitztrommel als Vorläufer des Handys eine bedeutende Stellung und hat auch für die heutige indigene Kultur eine grosse Bedeutung. 

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