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Streetparade der Götter

BRONZEKUNST AUS INDIENS DÖRFERN
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    Sirha der Göttin Kankalimata
    Der Sirha der Göttin Kankalimata, sticht sich im Zustand der Trance durch die Wangen. Als «Gottheit auf Erden» spürt er keinen Schmerz.
    © Cornelia Mallebrein

  • Der kulturelle Kontext

    Welche Gottheiten hier in der Ausstellung im Einzelnen dargestellt sind, lässt sich heute nur noch vermuten. Oft kann man ihre Identität nur dann eindeutig bestimmen, wenn der Ort ihrer ursprünglichen Verehrung bekannt ist.

    Nach Auffassung der am Ritual beteiligten Personen sind die verehrten Gottheiten in den Figuren real darin anwesend. Während des Rituals sind die Götter präsent und nehmen  sich der Sorgen und Bitten ihrer Anhängerschaft an. Dabei ist religiöse Praxis wesentlich vom Glauben an die überragende Bedeutung und Wirkung des Sehens geprägt: Götter gewähren den Menschen ihren Anblick (darshan dena), den der Gläubige seinerseits empfängt (darshan lena). Im Sichzeigen vollzieht sich die visuelle Kommunikation zwischen Göttern und Menschen – anders als im Hören des Gotteswortes in den grossen Buchreligionen (Judentum, Christentum und Islam).

    Neben den Kultfiguren sind die Götter auch in Menschen, in so genannten Sirhas, männlichen Medien bzw. Tänzern in Trance, anwesend. Sirha kann man nicht selbst entscheiden zu werden, es ist die Gottheit, die sich ihr Medium erwählt. Sie nimmt immer dann von ihm Besitz, wenn sie dazu von den Gläubigen aufgefordert wird.

    Verkörpert der Sirha eine Göttin, trägt er einen langen Rock und eine bunte Bluse, die mit Kaurischnecken und Spiegeln verziert ist. Sirhas von männlichen Gottheiten tragen ein Hüfttuch. In den Händen hält der Sirha die Attribute der Gottheit, die er verkörpert. Handelt es sich um eine wilde, mächtige Göttin, ist dies oft ein nagelgespicktes Seil, mit dem er sich geisselt oder ein Dreizack, den er sich durch die Zunge sticht. Von der Göttin erwählt, spürt er keinen Schmerz.

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