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Streetparade der Götter

BRONZEKUNST AUS INDIENS DÖRFERN
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    Der Metallguss verlangt grösstes Können und viel Erfahrung. Jede im Wachsausschmelzverfahren hergestellte Figur ist ein Unikat.
    © Cornelia Mallebrein

  • Metallguss

    Figuren, Schmuck und Gebrauchsgegenstände in der Dandakaranya-Region werden nicht von Mitgliedern der tribalen Gesellschaften hergestellt, sondern von professionellen Metallgiessern aus der Kaste der  Ghadvas.

    Der Giesser modelliert im Wachsfadenverfahren zunächst die Grundform der Figur in Ton. Dann verarbeitet er eine Bienenwachsmischung mit Hilfe einer Presse zu dünnen Fäden. Diese legt er um den Tonkörper der Figur, so dass sie ihn wie ein Netz überzieht. Einzelteile wie Arme, Füsse, Schmuck und Waffen fertigt er gesondert aus massivem Wachs und befestigt sie an der Figur. Im Anschluss umgibt er das Ganze mit einer dicken Tonschicht, nur ein Gusskanal bleibt frei.

    Als Gussmaterial verwendet er meist Altmetalle wie Kupfer und Zink. Eine Tonschale verbindet die Metallteile mit dem Giessling. Im Feuer erhitzt, verbrennt das Wachs und das geschmolzene Metall fliesst in den entstandenen Hohlraum. Nach dem Erkalten zerschlägt der Giesser den Tonmantel und ziseliert die Figur.

    Das Fürstentum Bastar umfasste bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 auch Gebiete der heutigen Bundesstaaten Orissa, Maharashtra und Andhra Pradesh. Auf Suche nach neuen Auftragsgebern begaben sich die Metallgiesser auf Wanderschaft in angrenzende Gebiete. Dort setzten sie die örtlichen religiösen Vorstellungen der Gottheiten künstlerisch originell um. So entwickelten sich im Laufe der Zeit eigene lokale Stilrichtungen in der Metallkunst.

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