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Top 10 Künstler

Bis Ende Februar 2014 in unserer Sammlung
  • Plakat Ausstellung Top 10 Künstler
     
    1 Andy Warhol (1928–1987)
     
    3 Pablo Picasso (1881–1973)
     
    5 Gerhard Richter (geb. 1932)
     
    8 Mark Rothko (1903–1970)
     
    9 Francis Bacon (1909 –1992)
     

    Diese zehn Künstler erzielten 2012 an Auktionen den höchsten Umsatz. Fünf von ihnen sind Chinesen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist es nicht die zeitgenössische chinesische Kunst, die diese Rekordzahlen erreicht, sondern die auf Papier gemalte Tuschemalerei der traditionellen Künstler des 20. Jahr­hunderts. Ein Tuschebild von Qi Baishi erzielte bei einer Auktion 65 Millionen Dollar. Gerhard Mack von der NZZ am Sonntag konstatiert: «Die fünf chinesischen Künstler sind im Westen den meisten Kunstinteressierten noch unbekannt». Diesem Befund können wir abhelfen: Das Museum Rietberg besitzt insgesamt 20 Werke dieser fünf Künstler, darunter eines der schönsten Werke von Fu Baoshi. Eine Auswahl dieser Bilder war vom 11. Juni 2013 bis 28. Februar 2014 in einer kleinen Sammlungsausstellung im Museum Rietberg zu sehen.

    Die im Westen weitgehend unbekannten Pioniere der modernen chinesischen Malerei lebten in einer turbulenten Zeit gesellschaftlicher, politischer und kultureller Umwälzungen. Neben Naturkatastrophen, Hungersnöten, Aufständen und moralischer Zerrüttung litt China unter zwei Kriegen, dem Chinesisch-Japanischen Krieg (1937–1945) und dem Bürgerkrieg (1945–1949).

    Mit dem Untergang des Kaiserreichs 1911 und der Gründung der Republik entstand eine lebhafte intellektuelle Debatte über den Reformkurs, der China aus seiner traditionsverhafteten Lethargie herausführen sollte. Diese umfasste auch die Künste. Im Zentrum der nationalen Erneuerungsbewegung der chinesischen Malerei stand die Auseinandersetzung mit der generell als fortschrittlich empfundenen westlichen Kunst. Vielfältige Versuche wurden unternommen, eine Verbindung der klassischen Tuschemalerei mit Aspekten der europäischen Bildkunst herbeizuführen. Auch die Wiederentdeckung eigener Traditionen, wie die expressive Kunst der Individualisten des 17. und 18. Jahrhunderts oder die buddhistische Höhlenmalerei in Dunhuang trugen zu bedeutenden Neuansätzen bei.  

    Mit der Machtübernahme der Kommunistischen Partei und der Ausrufung der Volksrepublik im Jahr 1949 änderte sich die Situation für Chinas Kunstschaffende nochmals radikal.

     

     

     

  • Die 10 Künstler mit dem höchsten Umsatz

    Quelle: NZZ am Sonntag vom 26. Mai 2013

     

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    Qi Baishi (1864−1957) 
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    Xu Beihong (1895−1953) »

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    Zhang Daqian (1899–1983) »

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    Fu Baoshi (1904–1965) »

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    Li Keran (1907–1989) »

     

    Die von Mao Zedong diktierte Kunstpolitik propagierte eine Kunst im Stil des Sozialistischen Realismus, die mit ihren politischen Inhalten dem Volk zum Ansporn dienen sollte. Die politische Instrumentalisierung der Kunst zu propagandistischen Zwecken erreichte während der Kulturrevolution (1966–1976) einen Höhepunkt. Die Tuschemalerei wurde nun weitgehend als staatsfeindlich gebrandmarkt und viele ihrer Vertreter politisch verfolgt, interniert oder in Arbeitslager zur «Umerziehung» verbannt.

    Erst mit dem Tod Maos 1976 entspannte sich die Situation. Kunstschulen wurden wieder geöffnet und rehabilitierte Künstler durften erneut malen und ausstellen. Die schöpferische Rückbesinnung auf die traditionelle Malästhetik sollte die zeitgenössische Kunstpraxis der Volksrepublik bis heute prägen.

     


     

     


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