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Tibetan Rock Dog

Text und Zeichnungen: Zheng Jun

Xiandai chubanshe, Beijing 2009

Der Comic schildert den Aufstieg eines tibetischen Hundes zum gefeierten Rockstar.

Die Geschichte beginnt im tibetischen Hochland. Schon als Welpe verliert der Hund seine Eltern, als diese sich für eine Nomadenfamilie aufopfern. Voller Dankbarkeit bringen die Nomaden den Hund in das buddhistische Kloster, in dem sein Grossvater lebt.

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Dieser eröffnet ihm, dass er einer ganz besonderen Rasse angehört. Er kann nicht nur die Sprachen der Menschen erlernen, sondern besitzt auch besondere intellektuelle Fähigkeiten.  Fortan unterrichtet ihn der Grossvater. Zu seiner Ausbildung gehört eine lange Meditationsphase in einem tiefen Brunnen, wo er die magische Verwandlung in einen mächtigen Löwen-Hund erlernt. 

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Kurz darauf trifft der junge Rocksänger und Bar-Besitzer Wennuan («der Warmherzige») aus Beijing im Kloster ein, und der Grossvater erfährt durch das Knochenorakel, dass dieser das vorbestimmte Herrchen für den kleinen Hund ist. Schon auf der Fahrt nach Beijing zeigt sich, dass Wennuan bereit ist, den kleinen Hund zu verteidigen und wie ein Vater für ihn zu sorgen. Als der Hund sich für Rockmusik begeistert, gibt sein Herrchen ihm den Namen Metal.

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In Beijing angekommen trifft Metal die Hunde von Wennuans Bandmitgliedern, darunter auch die bezaubernde Vivian. Sie nehmen ihn mit in die unterirdische Hundestadt, die wie eine Parallelwelt zur Menschenstadt funktioniert. Dort soll er in der Hundeschule lernen, sich wie ein richtiger Hund zu benehmen und dem Menschen zu dienen.

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Doch Metal hat sich in den Kopf gesetzt, eine Rockband zu gründen. Von seinem Juwelenarmband, einem Familienerbstück, kauft er Gitarren und sucht unter seinen Mitschülern weitere Bandmitglieder. Nach langem Üben hat die Band endlich ihren ersten Auftritt in einem Hip-Hop Club. Das Publikum ist begeistert – und der mächtigste Hund der Stadt, der Chef der Wolfshunde, will sie unter Vertrag nehmen.

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In der Schule provoziert Metal den Lehrer und wird rausgeschmissen. Kurz darauf beobachtet sein Herrchen Wennuan, wie Mitglieder der Mafia in seiner Bar dealen, und er droht ihnen mit der Polizei. Darauf zertrümmert die Mafia die Bar und schlägt Wennuan halb tot. Metal kann ihm nicht zu Hilfe kommen, da er vom Wolfshund mit einer Droge betäubt worden ist. Frustriert über sein illoyales Verhalten streunt Metal durch die Stadt und wird von der Polizei aufgegriffen. Doch als Vivian entführt wird, wird Metal von Vivians Vater aus dem Gefängnis befreit und um Hilfe gebeten. Durch Meditation kann er Vivians Aufenthaltsort ausfindig machen, wird dort aber in eine Falle gelockt. Die Wolfshunde warten schon auf ihn und fordern ihn zum Kampf.

Metal kann den Champion der Wolfshunde bezwingen, doch dann steigt der Chef selber in den Ring, und es entbrennt ein Kampf zwischen Wolf und Löwe. Als Metal siegt und von dem Rudel der Wolfshunde bedroht wird, kommen ihm seine Freunde zu Hilfe. Gemeinsam können sie Vivian befreien, die darauf flugs zu den Hunde-Weltmeisterschaften eilt. Sie hofft, dort zu gewinnen und mit dem Siegerpreis Metals Herrchen zu helfen. Als sie dies nicht schafft, will Metal sie trösten, doch plötzlich spürt er seine schweren Verletzungen vom Kampf. Entkräftet und traurig möchte er sterben – da erfährt er, dass seine Rockband im Fernsehen der Menschen vermarktet wird und sie Unmengen an Geld verdient haben. Die Bar seines Herrchens ist damit gerettet. Schliesslich wird Metal wieder gesund, und als er seinem Herrchen offenbart, dass er die Sprache der Menschen spricht, ist dieser nicht schockiert, sondern hocherfreut.

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Spezielles

Diese Geschichte spiegelt die Ideen und Sehnsüchte einer neuen, jungen Generation in China. Sie beschwört die Ideale Freundschaft, Loyalität und Aufopferung, aber auch das Recht auf Selbstverwirklichung und Rebellion gegen überholte Wertvorstellungen.

Auch das Tibet-Bild unterscheidet sich grundlegend von der politischen Propaganda im China der 70er-Jahre. Während Beijing als gesichtsloses, internationales Milieu geschildert wird, ist Tibet ganz traditionell dargestellt. Gerade diese lebendigen Traditionen sind es aber, aus denen der Hunde-Held seine Kraft schöpft. Auch der Menschen-Held, der moderne junge Rocksänger Wennuan, ist von der tibetischen Kultur tief berührt.

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