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Kuratorium

Axel Langer
Kunst des Mittleren Ostens, Schweizer Masken
  • Fotografie: Rainer Wolfsberger

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    Sammlungsbereich(e)

    Sammlung Naher Osten
    Sammlung Schweizer Masken
     

    Auswahl Ausstellungen

    Sehnsucht Persien - Kunst im europäisch-persischen Dialog (1590 – 1720) 
    & Gegenwartskunst aus Teheran

    (27. September 2013 - 12. Januar 2014)  


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  • Wie wurden Sie Kurator?

    Durch Zufall. Eigentlich wollte ich nach meinem Kunstgeschichte-Studium in der Forschung bleiben, das Museumswesen hat mich damals nicht interessiert. Als ich aber die Möglichkeit bekam, hier im Rietberg zu arbeiten, war das die grosse Chance. Ich habe während elf Jahren den hausinternen Verlag geleitet und mich daneben mit der persischen Kultur beschäftigt. Aus dieser Passion wurde schliesslich ein Beruf – mein Beruf. Ich liebe die Vielfalt. Als Kurator ist man sowohl Wissenschaftler als auch Vermittler, man arbeitet mit einzelnen Originalen und ihrer Geschichte, sieht aber auch das kulturelle Ganze. Das ist so spannend wie abwechslungsreich.
     

    Braucht es noch Museen?

    Die Frage erinnert mich an Le Corbusiers polemische Frage: «Faut-il brûler le Louvre?» (Lacht.) Ja, ich bin überzeugt, dass es Museen braucht. Museen bewahren das kulturelle Erbe, sie sind unser soziales Gedächtnis. Ich kann mir die Menschheit nicht ohne dieses Gedächtnis vorstellen, die Geschichte unserer Vorfahren, ihre Erfahrungen und Leistungen prägen uns, ihre Kunst schliesslich erzählt viel über ihre Empfindungen, ihre Interessen, ihre Selbstwahrnehmung. Zudem greifen wir immer wieder auf diese Werke zurück, als Quelle der Inspiration.

    In einem Museum für aussereuropäische Kunst und Kultur verstehen wir uns auch als Anwälte für die Kulturen, die wir vertreten. Nehmen Sie die islamischen Länder und ihre Gesellschaften. Das Bild, das wir hier im Westen haben, ist ein Zerrbild. Ich versuche mit meiner Arbeit, ein anderes Bild zu zeichnen und den Besuchern die Augen zu öffnen. Dies in der Hoffnung, dass unsere Gesellschaft das Andere zu akzeptieren und zu schätzen lernt. Das ist unser Beitrag an unsere Gesellschaft und für ein respektvolles Zusammenleben der verschiedenen Kulturen. Wenn jemand mit dem Iran, um ein Beispiel zu nennen, nicht mehr nur Frauen im Tschador assoziiert, sondern eine Kultur, die unserer an Komplexität in nichts nachsteht, in der Miniaturmaler intellektuelle Schärfe bewiesen, Weber technische Meisterleistungen vollbrachten, sich Kalligrafen und Illuminatoren in Raffinement überboten – wenn jemand das für sich entdeckt und dies seine Wahrnehmung verändert, dann habe ich meine Arbeit gut gemacht.
     

    Haben Sie noch andere Interessen?

    Ja, natürlich. Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Kutschenbau. Kalligrafie, d.h. westliche Kalligrafie und Typografie faszinieren mich ebenfalls. Und ich habe eine Leidenschaft für Schelllackplatten, die ich nicht nur sammle, sondern auch regelmässig anhöre. Und nicht zu vergessen: das Motorradfahren.

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