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Kuratorium

Dr. Khanh Trinh
Japan, Korea
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    «Itō Shinsui – Nostalgie in der Moderne»
    (17. September 2016 – 8. Januar 2017)

     

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  • Sie sind seit Ende 2015 am Rietberg Museum, haben davor in Berlin und Sydney gearbeitet. Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit bei diesen verschiedenen Stationen?

    In Berlin war ich am Museum für Ostasiatische Kunst (heute Museum für Asiatische Kunst) tätig, das ausschliesslich auf die Sammlungsbereiche Japan, China und Korea ausgerichtet ist. Mit dem Einstieg als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Fortbildung habe ich über zwei Jahre das «Handwerk» der Sammlungsbetreuung,  Ausstellungskonzeption und -umsetzung erlernt. Danach war ich als Kustodin für die über 10‘000 Objekte der japanischen Sammlung verantwortlich und setzte mich intensiv mit dem Bestand auseinander. Alle drei Monate wechselte die Präsentation der Malerei- und Grafik-Abteilung. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit lag somit darin, in regelmässigen Abständen Sammlungsausstellungen zu konzipieren.

    Meine zweite Station war die «Art Gallery of New South Wales» in Sydney (AGNSW). Sie beherbergt Weltkunst und umfasst australische, euro-amerikanische und asiatische Sammlungsbereiche mit einem verhältnismässig kleinen Anteil japanischer Kunst. Im Vergleich zu anderen Museen dieser Art ist die Sammlung der AGNSW relativ jung und noch im Aufbau. Als Teil des Kuratoriums war es meine Pflicht, fortlaufend geeignete Objekte zu suchen und für die Sammlung zu erwerben. Ergänzend zur ständigen Ausstellung besitzt das Museum einen Raum für wechselnde Ausstellungen asiatischer Kunst. Aufgrund des verhältnismässig kleinen Umfangs der eigenen Sammlung konnte ich meinen Fokus auf nationale und internationale Kooperationen legen. Während den insgesamt acht Jahren, in denen ich am AGNSW tätig war, konnte ich eine Vielzahl an Ausstellungen realisieren und mein professionelles Netzwerk ständig erweitern.

    Nun bin ich seit 2015 am Museum Rietberg in Zürich tätig. Das Museum Rietberg steht sozusagen in der Mitte jener Institutionen von Sydney und Berlin. Es ist das einzige Kunstmuseum für aussereuropäische Kulturen in der Schweiz und besitzt eine international renommierte Sammlung mit Werken aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien. Die Japan-Sammlung ist auch hier eher klein, zeichnet sich jedoch durch hochstehende Objekte aus. Besonders spannend finde ich, dass das Museum ergänzend zur Sammlung ein abwechslungsreiches Ausstellungsangebot anbietet, das oft aus den einzelnen Bereichen schöpft. Kulturübergreifende Ausstellungen, die von allen Kuratorinnen und Kuratoren gemeinsam getragen werden, gehören hier zum Programm.

     

    Sie haben in Ihrer über 15 Jahre langen Karriere viele Ausstellungen kuratiert. Gibt es eine, die Ihnen besonders am Herzen liegt?

    Mit jedem Projekt verbinde ich besondere Erinnerungen, die grösstenteils erfreulich sind. Besonders stolz bin ich jedoch auf die Ausstellung «Manga – Die Welt der japanischen Comics», die im Jahr 2000 in Berlin stattfand. Diese Ausstellung wurde von der Japan Foundation als Wanderausstellung konzipiert und in Deutschland u.a. in den Städten Köln, Hamburg und München gezeigt, allerdings nie in einem Kunstmuseum. Für das Museum für Ostasiatische Kunst in Berlin haben wir die Ausstellung mit Werken aus der Sammlung sowie Leihgaben von zeitgenössischer japanischer Kunst ergänzt und damit zum ersten Mal «Manga» in einen kunsthistorischen Kontext gestellt und salonfähig gemacht. Im Berliner Stadtmagazin ZITTY wurde die Schau zu den zehn besten Ausstellungen des Jahres gekürt.

    Eine andere Ausstellung, die mir sehr grosse Freude bereitet hat, war «Kamisaka Sekka – Dawn of modern Japanese design», die ich 2012 für die Art Gallery of New South Wales kuratierte. Sie ging von den Werken des Künstlers und Designers Kamisaka Sekka (1866-1942) aus, um die Entwicklung einer der wichtigsten Kunstströmungen Japans vom 17. bis zum 21. Jahrhundert aufzuzeigen. Dieses Konzept fand danach zahlreiche Adaptionen in Japan und in den USA. Der Katalog gewann in den USA den Design-Preis «Notable Design Books of 2013».

     

    Neben Japan betreuen Sie auch die koreanische Sammlung im Museum Rietberg. Was sind Ihre Pläne für diesen Bereich?

    Die koreanische Sammlung ist momentan noch klein, da besteht viel Raum zur Erweiterung. Da der Markt für die Kunst Koreas in den letzten Dekaden sehr stark angestiegen ist, sind Erwerbungen praktisch ausgeschlossen. Es sei denn, wir kommen in den Genuss von Schenkungen und Legaten. Mit temporären Ausstellungen könnten wir das Interesse an koreanischer Kunst (wieder-)erwecken. Die letzte grosse Ausstellung über koreanische Kunst im Museum Rietberg liegt 17 Jahre zurück; es ist höchste Zeit, dass eine bedeutende Schau nach Zürich kommt. Diese Aufgabe gehört zu den Prioritäten meiner Arbeit für die nächsten Jahre.

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