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Kooperation mit Kamerun

  • Restaurierung von Kunstwerken im Palastmuseum Fumban, Kamerun

    Seit den frühen 1970er-Jahren unterstützen Schweizer Museen Projekte in sogenannten Ursprungsländern, aus denen das Sammelgut ursprünglich stammt. Das Museum Rietberg war schon mit Kooperationen in Indien, an der Elfenbeinküste, in Burkina Faso und in Kamerun aber auch mit Sonderausstellungsprojekten in Asien und Südamerika engagiert.

    Das aktuelle Kamerun-Kooperationsprojekt betrifft eine Zusammenarbeit mit dem Palastmuseum von Fumban im Königreich Bamum, mit dem wir seit der Kamerun-Ausstellung (Frühjahr 2008) enge Beziehungen pflegen. Dieses konnten wir dank der finanziellen Unterstützung unserer langjährigen Gönnerin Yvonne Lang realisieren.
    Das Palastmuseum besitzt einen einzigartigen Schatz an Kunstobjekten. Aufgrund ihres Alters – viele Werke sind im 19. Jahrhundert entstanden – ist eine grosse Zahl der perlenbestickten Objekte heute stark gefährdet. Es sei ferner erwähnt, dass viele dieser Meisterwerke heute noch rituell verwendet werden. Walter Frei, Restaurator, und Lorenz Homberger, der Kurator für afrikanische Kunst, besuchten im Januar 2010 das Palastmuseum, um einerseits die Prioritäten der Restaurierungen, andererseits die benötigten Werkzeuge (Materialbedarf) zu evaluieren. Mit hälftigen Mitteln des Bundesamtes für Kultur (BAK) und von privater Seite konnten die Arbeiten im November 2010 mit drei Fachfrauen vor Ort angegangen werden. Die Direktion der Abegg-Stiftung in Riggisberg vermittelte die Restauratorinnen, die alle an dieser Fachhochschule ihre Ausbildung absolviert hatten.

  • Stefanie Göckeritz, Petra Czerwinske und Karin Brettschneider (v.l., mit Seiner Majestät dem Sultan von Fumban) verbrachten drei Wochen im Kameruner Grasland und konnten in dieser Zeit einen grossen perlenbestickten Leopardenhocker – Thron einer Königinnenmutter – restaurieren.Dies bedeutete knochenharte Arbeit: Der Sitz mit einer Holzbasis war in vier Teile zerbrochen und musste von einem ortsansässigen Tischler fachgerecht geleimt werden. Die beschädigten Perlenstränge wurden nähtechnisch gesichert, Fehlstellen im Grundgewebe mit eingefärbten Baumwollstoffen unterlegt und ebenfalls nähtechnisch stabilisiert. Herabhängende Stoffteile wurden gestützt und wieder am Objekt befestigt und sowohl Perlen als auch Gewebe mehrfach gereinigt. Das in seinem Bestand gesicherte Objekt ist nun wieder in seiner ursprünglichen Form und Farbenpracht in einer Vitrine des Palastmuseums zu bewundern.
    Die Freude über diese Arbeit hat der Sultan in seinem Dankesschreiben folgendermassen formuliert: «Je voudrais vous adresser mes sincères remerciements et la profonde gratitude de tout le peuple Bamoun pour les efforts des trois restauratrices qui viennent de réaliser avec brio et professionalisme la restauration du trône de la Reine Mère Njapndounke.»

    Kooperationspartner: Palastmuseum von Fumban im Königreich Bamum, Kamerun
    Finanzierung: Schweizerisches Bundesamt für Kultur und Museum Rietberg Zürich dank Spendenmitteln von Yvonne Lang
    Fachliche Ausführung: Stefanie Göckeritz, Petra Czerwinske und Karin Brettschneider
    Projektdauer: 2008–2010

     

    Kontakt

    Dr. Michaela Oberhofer 
    Stv. Leitung Kuratorium, Kuratorin Afrika, Ozeanien, Leitung Sammlungsdienste
    Gablerstrasse 15, 8002 Zürich
    michaela.oberhofer@zuerich.ch

    T. +41 (0)44 415 31 15

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