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Kooperation mit Peru

Chavín: Restaurierung und Konservierung der Steinskulpturen. Ein Kooperationsprojekt des Museums Rietberg mit dem Bundesamt für Kultur und dem peruanischen Kulturministerium
  • Chavín

    Der Tempelbau von Chavín de Huántar. Im Hintergrund sind die Schneeberge der Cordillera Blanca zu sehen.

    Chavín de Huántar liegt im steilen Gebirgstal hinter Schneegebirgen auf 3200 m Höhe im nördlich-zentralen Hochland von Peru. Im 1. Jahrtausend v. Chr. errichteten Bauleute auf einer Fläche von rund 40'000 m2 mit tonnenschweren zugehauenen Steinblöcken eine mächtige Tempelanlage. 

    Seit seiner archäologischen Entdeckung anfangs des 20. Jahrhunderts ist Chavín für die peruanische Archäologie von grösster Bedeutung und erlangte kurz darauf den Status des Ursprungs der andinen Kultur. 1985 wurde die Tempelanlage als UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. 

    Die einzigartigen und höchst qualitätvollen Steinskulpturen rätselhafter Mischwesen- und Prozessionsdarstellungen sind von kultur- und kunstgeschichtlich grösster Bedeutung.

    Chavín im nördlich-zentralen Hochland Perus

    Das dreidimensionale Modell der Ruine der Tempelanlage und deren Rekonstruktion (in blau).

     

    Das Projekt

    Geschichte

    Das Museum Rietberg widmete Chavín 2012 die weltweit erste Sonderausstellung. Zum ersten Mal haben die emblematischen Steinskulpturen Chavín verlassen und sind in das für Weltkunst gebührende Licht gerückt worden. Chavín – Perus geheimnisvoller Anden-Tempel zählt zu den erfolgreichsten Ausstellungen des Museums Rietberg, was für die Einzigartigkeit von Chavín spricht.

    Als Dank für die erstmalige Leihgabe dieser nationalen Kunstschätze Perus engagiert sich das Museum Rietberg, gemeinsam mit dem Bundesamt für Kultur, für den Erhalt der gefährdeten Steinskulpturen und in der Ausbildung lokaler Fachkräfte für diese Arbeiten. 

    Im Sommer 2012 wurde im Museo Nacional Chavín eine Werkstatt für die Konservierung und Restaurierung von Steinskulpturen eingerichtet. In dieser Werkstatt sind anschliessend alle Skulpturen, die für die Ausstellung des Museums Rietberg ausgewählt worden sind, fachgerecht konserviert worden. 

    In den nächsten Jahren werden vor Ort Fachkräfte in der Konservierung und Restaurierung von Steinskulpturen angelehrt. Das Projekt steht unter der Aufsicht des peruanischen Kulturministeriums. 

    Trailer zur Ausstellung

    Werkstatt

    Die im Sommer 2012 im Museo Nacional Chavín eingebaute Konservierungs- und Restaurierungswerkstatt von 100 m2 Grundfläche hat einen Kran mit Laufkatze, um schwere Skulpturen anheben und bewegen zu können. Die Werkstatt ist zudem mit einem mobilen Kran und mit höhenverstellbaren Rollböcken ausgerüstet. Die Ausstattung umfasst sämtliche Spezialwerkzeuge und Materialien zur Konservierung und Restaurierung von Skulpturen.

    Programm und Ziel

    Jährlich werden im Museo Nacional Chavín mehrwöchige Ausbildungsmodule durchgeführt. Bis zu 10 Teilnehmer werden in die Konservierung und Restaurierung eingeführt, indem unter fachlicher Leitung Steinskulpturen gerettet werden, die sich in prekärem Zustand befinden. Die Teilnehmer werden zudem mit den konservatorischen Grundprinzipien vertraut gemacht.

    Chavín soll sich zum nationalen Kompetenzzentrum für Steinskulpturen-Konservierung und –Restaurierung entwickeln. Am Ende des Kurrikulums soll es möglich sein, konservatorisch im Tempelbau eingreifen zu können, um emblematische Kunstwerke vor dem Zahn der Zeit zu retten.

    Reinigung

    Mitarbeiter während der Reinigungsarbeiten an einer Kopfskulptur

  • Personen

    Projektleitung:

    • Peter Fux, Museum Rietberg
    • Luis G. Lumbreras, Lima

    Fachleitung:

    • Gregor Frehner, Winterthur, Bildhauer und Restaurator

    Direktion Museo Nacional Chavín:

    • Marcela Olivas Weston

    Prof. Luis G. Lumbreras (l.), Gregor Frehner und Prof. John W. Rick diskutieren das Vorgehen.

    Peter Fux, Museum Rietberg

    Aldo Ledergerber (l.), Gregor Frehner (5. von links) und Direktorin Marcela Olivas Weston (2.v.r.) bei der Eröffnung der Werkstatt im September 2012.

    Dokumentation der Skulpturen

    Im Frühling 2012 wurden die gesamte Tempelanlage und seine Steinskulpturen dreidimensional vermessen und dokumentiert. Mittels Streifenlicht- und Laserscannings sowie Luftbildphotogrammetrie ist ein vollständiges digitales Modell errechnet worden, das als Zustandsdokumentation und Planungsgrundlage für konservatorische Eingriffe dient (Auftragnehmer für die Dokumentation: ArcTron 3D GmbH). 

    Einige Bilddaten stehen hier zum DOWNLOAD zur Verfügung

     

    Das Projekt im Fernsehen

    Beitrag über das Projekt in der Sendung «Einstein» des Schweizer Fernsehens SRF

    Amigos de Chavín

    Mit einem jährlichen Beitrag unterstützen Sie das Projekt, ermöglichen wertvolle konservatorische und ausbildende Arbeiten in Chavín und geniessen Chavín-Privilegien.

    Zum Tätigkeitsbericht 2014 »

    Anmeldung Interessenten »

     

     

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