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Bibliothek

  • Sammlung / Bestände

    Die Museumsbibliothek ist im Untergeschoss der Villa Schönberg, dem Verwaltungsgebäude des Museums Rietberg, untergebracht. Ursprünglich als Kuratoriumsbibliothek angelegt, steht sie heute als öffentliche Bibliothek mit Präsenzbestand an drei Halbtagen in der Woche auch einem interessierten Publikum offen. Zwar ist die Ausleihe von Bibliotheksmedien nicht möglich – eine beschränkte Anzahl Leseplätze und die technische Infrastruktur erlauben aber das Konsultieren bzw. rasche Scannen oder Kopieren benötigter Literatur vor Ort. Wir sind Ihnen dabei jederzeit gerne behilflich.

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    Die Bibliothek beherbergt schätzungsweise 30'000 Dokumente, bestehend aus Monographien, Schriftenreihen, Kleinschriften und Separatdrucken, Zeitschriften, audiovisuellen Medien (u.a. CD's, DVD's) und Auktionskatalogen zu Kunst und Kultur aussereuropäischer Gesellschaften. Der Fokus der Sammlung liegt thematisch im Bereich der Kunst, des Kunsthandwerks, der Architektur, der Archäologie, des Museums- und Ausstellungswesens und ist – im Vergleich zu Bibliotheken an völkerkundlichen Instituten und Museen – weniger ethnographischen oder anthropologischen Gesichtspunkten verpflichtet.

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    Das Hauptschwergewicht bilden die Abteilungen China, Japan, Indien, Afrika und Altamerika; ihre Aufstellung nach inhaltlichen Kriterien in einer frei zugänglichen Compactusanlage erlaubt es, rasch und unkompliziert Literatur zu gesuchten Sachthemen zu finden. Teile des Bestands sind aus Platzgründen ausgelagert; so sind bspw. Bücher zur indischen Malerei aktuell in der Parkvilla untergebracht, ebenso eine noch nicht bearbeitete Schenkung zur Archäologie Altamerikas. Weitere Sammlungsteile und Altbestände wurden vorübergehend in einem Aussenlager abgestellt und sind momentan nicht zugänglich.

     

    Kataloge

    Neuerwerbungen der Bibliothek werden seit 2010 im Katalogverbund NEBIS (ETH/ZB Zürich/Universität Zürich) katalogisiert. Die Rückkatalogisierung von Altbeständen und das Übertragen von älteren Katalogdaten ist im Gang, letzteres wird aber voraussichtlich im Lauf des Jahres 2016 abgeschlossen sein. Aktuell sind rund 80 Prozent des Gesamtbestands in NEBIS recherchierbar.

    Rechercheportal
    ETH/NEBIS: www.nebis.ch

    Rechercheportal
    ZB Zürich/NEBIS: www.recherche-portal.ch

    Lokaler Web-Katalog Museum Rietberg: hier » 
    Bis Ende 2016 in Betrieb, enthält Bestände der Bibliothek vor 2010; Achtung: Signaturen z.T. nicht mehr aktuell.

     

    Infrastruktur

    Zur Benutzung der Bibliothek stehen zwei Arbeitsnischen mit je zwei Arbeitsplätzen zur freien Verfügung.

    Technisches Equipment:

    Frei verfügbares WLAN

    Zugang zu den E-Ressourcen der Universität/ZB Zürich nur mittels VPN (UZH-Shortname) und persönlichen Geräten möglich

    2 PC-Arbeitsstationen (1 Multimedia-PC mit DVD-Laufwerk zum Visionieren von Filmen, Scannen, 1 Mini-PC für Internet- und Katalogrecherchen)

    1 Buchscanner (Plustek OpticBook A300, Format A3)

    1 Fotoscanner (Canon, Format A4)

    1 Lexmark-Laserdrucker (schwarz/weiss), kostenpflichtig

    1 Kopierer/Scanner der Universität Zürich, kostenpflichtig für Kopieren/Scannen (CampusCard der Uni ZH, s. dazu www.campuswelt.ch/campuscard)

     

  • Aus der Geschichte

    Der Grundstock der Bibliothek des Museums Rietberg (MRZ) geht – nebst vielen anderen wichtigen Sammlungen – auf die Schenkung des Gründungsdonators, Eduard von der Heydt (1882–1964), und den Ankauf der Privatbibliothek des schwedischen Kunsthistorikers und Ostasiatika-Experten, Osvald Sirén (1879–1966), zurück. Mit der Schenkung der einzigartigen Kunstsammlung Baron von der Heydts sind nicht nur Werke indischer Plastik oder chinesischer Tuschemalerei nach Zürich gelangt, sondern auch die Bücher seiner Bibliothek, die er im Hotel auf dem Monte Verità zur Dokumentation seiner Sammlung über Jahrzehnte zusammengetragen hatte. Viele von Ihnen tragen den Besitzerstempel «E. von der Heydt, Ascona», «Kur-Hôtel Monte Verità» oder sind mit der schwungvollen, persönlichen Handschrift von der Heydts im Vorsatz, Spiegel oder auf dem Titelblatt gekennzeichnet.

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    Die Bibliothek Osvald Siréns, kenntlich an den eingeklebten Buchmarken («Exlibris»), wurde wenige Jahre nach Eröffnung des Museums angeworben, von Dritten angekauft und dem Museum geschenkt. Das Protokoll der Rietberg-Gesellschaft vom 28. Februar 1961 nahm Bezug auf das Gerücht, wonach die Bibliothek Siréns (rund 3'000 Bände) für 20'000 Dollar unter bestimmten Bedingungen zu kaufen wäre. Ein Jahr später – anlässlich der Generalversammlung von 1962 – konnte die Rietberg-Gesellschaft bereits über die Ankunft der Bücher aus Stockholm informieren: «Das grosse Ereignis war wohl das Eintreffen der Sirén-Bibliothek: Als das Gerücht durchdrang, der betagte Altmeister der ostasiatischen Kunstgeschichte, Prof Sirén von Stockholm, wäre evt. geneigt, seine Bibliothek zu verkaufen, offerierte sich Herr C.-A. Drenowatz in Zürich, ein lieber Freund unseres Museums, spontan diese Bibliothek für den Rietberg zu erwerben und ihm zu schenken. […] Die Verhandlungen waren nicht einfach, denn es bewarben sich etliche grosse ausländische Institute um diese hervorragende Bibliothek. Doch Prof. Sirén entschied sich für Zürich, weil hier, wo der Grundstein zu einem vertieften Studium der asiatischen Kunst durch die Sammlungen von der Heydts bereits gelegt ist, nun mit der Bibliothek zusammen die Pflege der ostasiatischen Kunstgeschichte einen ganz gewaltigen Aufschwung nehmen soll.

    Bild4_Geschichte

    Die Bibliothek bedeutet nicht nur viele herrliche Bücher, sondern sie ist ein systematisch aufgebautes Werkzeug für einen seriösen Wissenschafter dieser edlen Kunstsektion. Zwei Drittel der Bücher sind bereits hier, und einen Drittel wird Prof. Sirén noch gebrauchen, bis wir über mehr Platz durch einen Erweiterungsbau verfügen. Vorläufig wurde der oberste Ausstellungsraum [Anm: in der Villa Wesendonck], wo sich die Schweizermasken befinden, zur Bibliothek umgewandelt. Es hatte bereits eingebaute Schränke aus Wesendoncks Zeiten und man geniesst die schöne Aussicht auf den See. Die Masken sind etwas nach vorn gerückt und haben dem stillen Walten einer geistigen buddhistischen Welt Platz gemacht.»

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