Indien

Die Indien-Sammlung umfasst hinduistische, buddhistische und
jainistische Skulpturen, Terrakotten und Bronzen des 3. bis 16.
Jahrhunderts aus Nord- und Südindien und Malerei auf Papier, Stoff
und Palmblatt (12.−19. Jahrhundert).
Die bedeutendsten Skulpturen des Museums sind Geschenke Eduard
von der Heydts. Hierzu gehören unter anderen die im
graeco-buddhistischen Gandhara-Stil geschaffenen buddhistischen
Figuren aus dem 3. Jahrhundert, ein vollendeter Bodhisattva
Lokeshvara aus der Pala-Dynastie in Bihar aus dem 9. Jahrhundert
wie auch die berühmte südindische Bronze des Shiva Nataraja, des
tanzenden Gottes Shiva, aus der Chola-Dynastie (um 1000 n. Chr.).
Auch ein drittes, jainistisches Werk des 11. Jahrhunderts sei
erwähnt: Der Tirthankara Rishabhanatha, eine weisse Marmorstele des
stehend meditierenden ersten Lehrers der Menschheit, gilt als eines
der schönsten Kultbilder dieser westindischen Religionsgruppe
weltweit! Zu dieser in den zwanziger Jahren zusammengestellten
kleinen, aber qualitativ hochstehenden Skulpturen-Sammlung ist in
den sechziger Jahren die Schenkung von Alice Boner hinzugekommen,
Einzelwerke und Fragmente aus verschiedenen nordindischen
Werkstätten, insbesondere der Umgebung von Benares.
Das Museum Rietberg besitzt über 1400 indische Miniaturen,
Pigmentmalereien mit dichtem, einpoliertem Farbauftrag. Den
Grundbestand bildet das Legat Alice Boner. Diese Sammlung mit
Schwergewicht Pahari-Malerei (d.h. Bilder aus dem Berggebiet von
Nordindien) wurde im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre ausgebaut
und durch Werke aus früheren Perioden − durch Sultanats- und
Moghul-Malerei − erweitert. Heute gehören einzelne Meisterwerke
(insbesondere von dem bedeutenden Meister Nainsukh von Guler, um
1710 bis 1778) und Bildgruppen (wie etwa die Gita-Govinda-Serie der
Söhne von Nainsukh sowie Einzelblätter aus dem Baburnameh und
Akbarnameh) zum Schönsten des ständig wachsenden Bestands.